Let's Bonobo!
Drei Tage.
Eine temporäre Kultur.
Eine Einladung, menschliches Miteinander neu zu denken.
Du lässt den Lärm des Alltags hinter dir und betrittst den Park. Sonnenlicht fällt durch die alten Baumkronen, der Kies knirscht unter deinen Schritten, und mit jedem Meter scheint das Tempo der Außenwelt ein wenig mehr zu verblassen. Das Haus empfängt dich mit derselben ruhigen Klarheit. Helle Räume, durchflutet von natürlichem Licht, öffnen sich zum Garten. Warmes Holz, weiche Stoffe und große Fenster schaffen eine Atmosphäre, die zugleich elegant und unaufgeregt wirkt – weniger wie ein Hotel als wie ein Ort, der zum Durchatmen einlädt. Jemand lächelt dir entgegen, als sich eure Blicke begegnen. Ohne dass es ausgesprochen werden müsste, fühlt es sich an, als wärst du angekommen. Irgendwo pfeift ein Wasserkocher. Der Duft von frischem Kaffee liegt noch im Raum. Aus einem anderen Zimmer klingt für einen Moment Lachen herüber, bevor es sich wieder in ruhige Gespräche auflöst. Die ersten Begegnungen entstehen fast wie von selbst. Sie sind weder hektisch noch aufgesetzt. Niemand scheint den Wunsch zu haben, Eindruck zu machen, sich erklären zu müssen oder dazuzugehören. Menschen kommen einfach so an, wie sie sind. Einige sitzen unter den alten Bäumen und unterhalten sich, andere schlendern durch den Park, lesen im Schatten oder genießen einfach die Atmosphäre. Das Wochenende hat gerade erst begonnen – und doch fühlt sich bereits etwas anders an.
Von Freitag, 25. September 2026 (abends)
Bis Sonntag, 27. September 2026 (mittags)
(Bahnhofstraße 1, 76889 Klingenmünster, Deutschland)
Vollverpflegung
Zwei Übernachtungen inklusive
Supporter: €385
Standard: €330
Sozial: €275
LET'S BONOBO!
Ein Experiment in menschlicher Beziehungskultur, inspiriert von Bonobos
Jede Gesellschaft entwickelt ihre eigenen Regeln dafür, wie Nähe entsteht, wie Konflikte gelöst werden und wem Aufmerksamkeit zuteilwird. Die meisten dieser Regeln übernehmen wir, lange bevor wir sie bewusst hinterfragen können. Sie bestimmen, wie wir Beziehungen führen, wie wir Berührung verstehen, wie wir mit Eifersucht umgehen oder warum wir manchen Menschen selbstverständlich Fürsorge schenken und anderen nicht.
Erst die Begegnung mit einer anderen sozialen Kultur macht sichtbar, dass unsere eigenen Gewohnheiten keine Naturgesetze sind, sondern lediglich eine von vielen Möglichkeiten, Gemeinschaft zu organisieren.
Die Gesellschaft der Bonobos gehört zu den faszinierendsten Beispielen einer solchen Alternative. Obwohl sie zu unseren nächsten lebenden Verwandten zählen, strukturieren sie ihr Zusammenleben nach bemerkenswert anderen Prinzipien. Kooperation hat Vorrang vor Konkurrenz. Fürsorge ist kein Ausnahmezustand, sondern alltägliche Praxis. Berührung dient nicht ausschließlich der Erotik, sondern der Beziehung. Und Sexualität erfüllt vielfältige soziale Funktionen, die weit über Fortpflanzung oder romantische Paarbindung hinausgehen.
Dieses Retreat lädt dazu ein, diese Prinzipien nicht theoretisch zu diskutieren, sondern für ein Wochenende praktisch zu erforschen. Nicht, indem wir Bonobos imitieren, sondern indem wir uns fragen, welche ihrer sozialen Strategien sich auf menschliche Gemeinschaft übertragen lassen. Was verändert sich, wenn Aufmerksamkeit großzügig verteilt wird? Wenn Konflikte früh reguliert werden? Wenn Berührung zu einer alltäglichen Sprache der Fürsorge wird? Und wenn erotische Energie nicht als Ziel oder Besitz verstanden wird, sondern als eine mögliche Form von Verbindung unter vielen?
Gemeinsam erschaffen wir einen temporären sozialen Raum mit eigenen Regeln. Wir experimentieren mit bewusster Aufmerksamkeit, Ko-Regulation, Berührung, Spiel, Fürsorge und Gemeinschaft. Einige Übungen eröffnen, auf Grundlage expliziten Konsenses, Möglichkeiten sinnlicher oder erotischer Begegnung. Andere verzichten vollständig darauf. Sexualität steht dabei weder im Mittelpunkt noch wird sie ausgeklammert; sie wird als Teil eines größeren Spektrums menschlicher Beziehung verstanden.
Lass uns gemeinsam die Erfahrung machen, dass Gemeinschaft auch anders gelebt werden kann. Dass Nähe nicht zwangsläufig Besitz bedeutet. Dass Fürsorge mehr verbindet als Status. Und dass Beziehung keine Ressource ist, die man besitzt, sondern eine Kultur, die Menschen gemeinsam hervorbringen.
Für wen? → Dieses Retreat richtet sich sowohl an Menschen mit Erfahrung in der sexpositiven, Kink- oder Conscious Community als auch an Personen, die diese Räume zum ersten Mal betreten.
Du kannst allein kommen, mit einem Partnermenschen oder als Teil einer bestehenden Beziehungskonstellation. Während des Wochenendes laden wir jedoch alle Teilnehmenden dazu ein, das Retreat als gemeinschaftliche Erfahrung zu verstehen. Bestehende Beziehungen werden selbstverständlich respektiert, sollen jedoch nicht die soziale Dynamik des Wochenendes bestimmen. Stattdessen möchten wir dazu ermutigen, sich für Begegnungen, Fürsorge und Verbindung mit der gesamten Gruppe zu öffnen.
Alter, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, Beziehungsform, Körper, Aussehen oder körperliche Fähigkeiten entscheiden nicht darüber, ob dieses Retreat für dich geeignet ist. Wichtig ist lediglich, dass du volljährig bist, Verantwortung für dich selbst und andere übernehmen kannst und bereit bist, dem gemeinsamen Experiment mit Neugier, Respekt und Achtsamkeit zu begegnen.
Mehr als jede Vorerfahrung schätzen wir die Bereitschaft, sich auf ungewohnte Formen menschlichen Miteinanders einzulassen, offen zu kommunizieren, die eigenen Grenzen ebenso wie die der anderen zu achten und zu einer Kultur beizutragen, in der Verbindung nicht vorausgesetzt, sondern gemeinsam gestaltet wird.
Bitte beachten! → Das Ticket beinhaltet die Unterkunft (vorwiegend in Doppelzimmern), das Abendessen am Anreisetag, Frühstück, Mittag- und Abendessen am vollen Veranstaltungstag sowie das Frühstück am Abreisetag.
Um das Wochenende möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, bieten wir drei Ticketkategorien an. Das Supporter-Ticket hilft dabei, vergünstigte Social-Tickets zu ermöglichen. Das Standard-Ticket entspricht dem regulären Teilnahmebeitrag. Das Social-Ticket richtet sich an Menschen mit nachweislich geringem Einkommen, beispielsweise Studierende, Arbeitsuchende oder Personen in vergleichbaren finanziellen Situationen.
LET’S BONOBO findet in einem Retreat-Hotel statt, das sich gerade in seiner Eröffnungsphase befindet. Als einige der ersten Gäste tragen wir dazu bei, einen neuen Ort mit Leben zu füllen und können gleichzeitig vergleichsweise niedrige Ticketpreise ermöglichen. Wir laden alle Teilnehmenden dazu ein, dem Haus, seinem Team und einander mit Geduld, Wohlwollen und einem Geist gegenseitiger Unterstützung zu begegnen. Weitere Informationen zum Haus, seiner Philosophie und der Gestaltung des Retreat-Hotels finden sich auf IHRER WEBSEITE.
Da LET’S BONOBO als erste Ausgabe, mit vergleichsweise kurzer Vorlaufzeit und an einem neu entstehenden Retreat-Ort stattfindet, verstehen wir dieses Wochenende auch als gemeinsamen Versuch: einen neuen Ort mit Menschen, Praktiken und Begegnungen zu beleben und die Kultur mitzugestalten, für die er künftig stehen soll.
Sollte die erforderliche Mindestteilnehmendenzahl nicht erreicht werden, behalten wir uns deshalb vor, die Veranstaltung abzusagen. Bereits geleistete Zahlungen werden in diesem Fall selbstverständlich vollständig zurückerstattet.